01.07.2019 Buntes Meisterschaftsfest vereint die Ruderfamilie in Hamburg

News Bild  

Text: DRV /Foto: DRV-Seyb

Die Wetteraussichten für das Wochenende der Deutschen Meisterschaften  vom 28.-30. Juni in Hamburg ließen bestes Ruderwetter erwarten. Entsprechend begannen die Titelkämpfe am Freitagabend, eher untypisch für die Regattastrecke im Südosten der Hansestadt, bei strahlendem Sonnenschein, fast Windstille und sommerlichen Temperaturen. Diese optimalen Bedingungen änderten sich im Laufe des Regattawochenendes.

Dass die vier Veranstaltungen (106. Deutsche Meisterschaften im Großboot - DGM, 72. Deutsche Hochschulmeisterschaft - DHM, - DGM, 2. Offene Deutsche Masters Meisterschaften - ODMM, 1. Deutsche Meisterschaften im Pararudern - DPM) als gemeinsame Regatta zusammen durchgeführt werden stellt eine Neuheit dar. Durch die überschaubare Streckenlänge von 1000 Meter für die erfahrenen Aktiven, die 400 Meter Distanz für Anfänger (Studenten) sowie die Vielzahl an Boots- und Altersklassen strahlt die Veranstaltung besondere Attraktivität für die Aktiven aus, ebenso dürfen sich Zuschauerinnen und Zuschauer und Zaungäste über ein breit gefächertes Sportgeschehen freuen. Trotz recht guter Wettervoraussagen sollte dieses Wochenende sich zu einem sehr anspruchsvollen für die ehrenamtlichen Organisatoren und Helfer des ausrichtenden Landesruderverbandes Hamburg als auch die Aktiven werden.

Buntes Aktivenfeld im Wassersportpark Hamburg-Allermöhe
Aufgrund der verschiedenen Teilevents zeigte sich das Teilnehmerfeld bunt gemischt, auf dem Sattelplatz trafen Masters auf Studenten und die Para-Ruderinnen und -Ruderer vermischten sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Großbootmeisterschaften. Das Feld reichte von absoluten Novizen (Anfängerrennen für Studenten) bis hin zu den alten Hasen (Masters).  Das Regattawochenende wurde am Freitagabend durch die Vorläufe der Studenten und Masters eröffnet. In diesem Zusammenhang wurden auch der 100. Geburtstag der Uni Hamburg sowie der 175. Geburtstag des AAC/NRB (LRV Hamburg) gefeiert. Durch die Kombination von mehreren Regatten, ergab sich für den ein oder anderen die Möglichkeit sowohl bei den Rennen der Deutschen Hochschulmeisterschaft sowie bei einem anderen Teilevent zu starten.

Finals am Samstag bei bestem Sommerwetter, zu viel Wind am Sonntag
Der Samstag zeigte beste äußere Bedingungen mit nur leichtem Wind und die ersten Finals (DHM, ODMM und DGM) wurden ausgetragen. So konnte sich bei den Großbootmeisterschaften der Achter rund um den Ludwigshafener Ruderverein in der Mixedklasse (Frauen/Männer) durchsetzen und einen deutlichen Sieg mit 4 Sekunden Vorsprung vor dem Dresdner Ruderclub sichern. Bei der DHM setzte sich der Männerachter der RWTH Aachen mit deutlichen drei Sekunden Vorsprung durch, vor Erlangen/Nürnberg.

Starker Wind führt am Sonntag zum vorzeigen AbbruchAm Sonntag begann der Renntag zunächst bei noch erträglichen 25°C und nahezu ohne Wind, gegen Mittag sorgte leichter Wind für etwas Erfrischung bei Temperaturen weit jenseits der 30 °C. Doch bereits gegen 14 Uhr hatten die Pararuderer mit starken Windböen zu kämpfen, sodass die folgenden Rennen streng durch die Jury beobachtet wurden, da sich der Wind weiter verstärkte und das Rudern zeitweise mehr als erschwerte. Einige Rennen konnten anschließend lediglich mit einem fliegenden Start gefahren werden, ein Festhalten der Boote an den Startbrücken durch die Helfer war nicht mehr möglich. Da die Bedingungen auf der Strecke immer schlechter wurden unterbrach die Jury zunächst die Regatta. Letztendlich bildete der Vierer ohne Steuermann der Männer (DHM) dann bereits unverhofft das letzte Rennen der Meisterschaften in Hamburg. In einer regelrechten„Wellenschlacht“ entschied die Uni Karlsruhe mit 4 Sekunden Vorsprung den Titel vor Heidelberg und Mannheim für sich, doch die Jury unterbrach danach die Wettkämpfe aufgrund der zu widrigen Wettkampfverhältnisse. Nach einer Dreiviertelstunde Unterbrechung entschied die Jury sich gegen eine Wiederaufnahme des Renngeschehens, da die Sicherheit aller Teilnehmer/-innen nicht mehr hätte gewährleistet werden können. Somit mussten in allen später liegenden Rennen die Entscheidungen offenbleiben. Die Nominierungen des Allgemeinen Deutschen Hoschschulsportverbandes für Europäischen Hochschulmeisterschaften in Jönköping (SWE) mussten durch den Abbruch teilweise durch Zuhilfenahme der Ergebnisse aus den Vorläufen erfolgen.

Alle Ergebnisse im Detail sind beim Landesruderverband Hamburg bzw. beim Ergebnisdienstleister zu finden.

Neues Meisterschaftsformat entwickelt sich erfreulich
„Trotz des vorzeitigen Abbruchs der Regatta blicken wir auf ein großartiges Meisterschaftswochenende in Hamburg zurück. Unser Dank gilt insbesondere allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bis zuletzt unter den schwierigen äußeren Bedingungen versucht haben, eine Durchführung der Regatta bis zum letzten Rennen möglich zu machen“, resümiert Rolf Warnke, im DRV-Präsidium verantwortlich für das Ressort Wettkampf. „Wir freuen uns bezüglich der Meldezahlen über Steigerungsraten von über 50% hinsichtlich der Großbootmeisterschaft und den Masters-Rennen im Vergleich zum Vorjahr. Wir glauben, auf dem richtigen Weg zu sein und mit diesem neuen Meisterschaftsformat einen attraktiven Treffpunkt für die gesamte Ruderfamilie anbieten zu können.“, so Warnke weiter. In Hamburg wurden erstmals Meisterschaftsrennen für Para-Sportlerinnen und Sportler in einer eigenen Teilveranstaltung ausgeschrieben. Für jene Rennen wünscht sich das DRV-Präsidium für die Folgeausgaben noch mehr Zuspruch aus der aktuell noch überschaubaren, sich jedoch positiv entwickelnden, Para-Ruderszene in Deutschland.