20.09.2018 Norddeutsche Meisterschaften 2018: Yannic-Corinth Ehrenpreis

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Foto: RISH, Lars Wichert und Yannic Corinth

Die diesjährigen Norddeutschen Meisterschaften warten mit einer besonderen Preisverleihung auf:

Erstmals wird für das Meisterschaftsrennen der Männer 4er ohne Steuermann (Rennen F, Sonnabend 18.18 Uhr) der Yannic-Corinth Ehrenpreis ausgelobt.
Der künftige Wanderpokal wurde vom RC Favorite Hammonia gespendet, die Preisvergabe erfolgt durch den AAC/NRB. Die erste Preisverleihung wird am 29, September die Mutter von Yannic, Frau Anouk Corinth-Koltermann vornehmen. In diesem Jahr haben fünf Boote für diese Kategorie gemeldet.

Der AAC/NRB nimmt die Stiftung des Yannic-Corinth Ehrenpreises zum Anlass, auf die Idee und Arbeit des Vereins "Wir für Yannic" hinzuweisen und die Erinnerung an Yannic aufrecht zu erhalten.

 

Yannic- Corinth- Ehrenpreis 2018

Yannic Corinth, Jahrgang 1989,  ruderte von 2003 bis 2013 für die Friedrichstädter Rudergesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene.  Zunächst mit Lasse Antczak und zuletzt mit Lars Wichert als Partner im leichten Zweier ohne Steuermann trainierte er ab 2009  in Hamburg, vor allem in Ziel auf die einzige (damalige) olympische Riemenbootsklasse für Leichtgewichte, den Vierer ohne. Durch Goldmedaillen bei den Deutschen (Jahrgangs-)Meisterschaften 2010- 2013 qualifizierten sie sich für die jeweiligen Weltmeisterschaften.  Als Yannic 2013 seine Ruderkarriere beendete und zur Fortsetzung seines Studiums nach Freiburg zog, fand er auf dem Rennrad neue sportliche Herausforderungen. Mit ehemaligen Ruderkameraden und mit Rennradfahrern  im Team startete er auch hier bei ambitionierten Wettkämpfen im In- und Ausland. Mit Abgabe einer Studie über Teile der Nationalmannschaft Cross Country als Masterarbeit in Trainingswissenschaften Ende Mai 2016, Jobzusage sowie einem persönlichen Masterplan „Radrennen“, erschien seinem weitläufigen Freundeskreis und uns als Familie die Vereinbarkeit von Spitzensport und Berufsausbildung geglückt. Niemand, der Yannic kannte, hat mit ihm Depressionen und vor allem keine Suizidgedanken verbinden können. Am 6. Juni 2016 nahm Yannic sich das Leben. Wir konnten Yannics Tod nicht verhindern, weil wir nichts oder nicht genug von der Krankheit, den Anzeichen, tatsächlichen Gefahren und Chancen der Intervention und Heilung wussten. Aus dieser tragischen Erkenntnis, der Verbundenheit mit Yannic sowie dem Bedürfnis, etwas zu tun, um anderen Menschen in ähnlicher Situation Perspektiven für ihr Leben zu eröffnen, entstand das Team wirfueryannic. In dessen Folge  wurde der Verein wirfueryannic.e.V. im Frühjahr 2017 gegründet, welcher stetig wachsenden Zulauf  verzeichnet.

Wir, Familie und Freundeskreis, bedanken uns herzlich bei dem Allgemeinen Alster- Club/Norddeutscher Ruderer- Bund für die Auslobung des Yannic- Corinth- Ehrenpreises in posthumer Anerkennung der sportlichen Leistungen.

Möge er zudem daran erinnern, dass physische und psychische Erkrankung an sich keine Charakterschwäche ist, sondern für alle Menschen behandelbar sein sollte. 

Anouk Corinth-Koltermann