07.08.2015 Vereinsportrait: Ruder-Club Allemannia von 1866

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In loser Folge möchten wir Ihnen die Hamburger Rudervereine vorstellen. Diesmal den Ruder-Club „Allemannia von 1866", der 2016 seinen 150. Geburtstag feiern wird.
Der RCA ist der drittälteste Ruderverein der Stadt und befindet sich auf der Gurlittinsel, mitten in St.Georg.
Ambitionierter Rudersport wird auch noch im Erwachsenenalter groß geschrieben. Zwei Herren Mannschaften der Ruder-Bundesliga sind hier zu Hause und fester Bestandteil des Vereinslebens. Gerade erst wurde ein neuer Rennachter seiner Bestimmung übergeben und medienwirksam getauft. Lesen Sie bitte selbst, welche Idee die Mannschaft hierfür hatte...

Einen Sponsor für eine Mannschaft außerhalb des Profisports zu finden ist meist schon eine extrem schwierige Aufgabe. Noch schwieriger wird es, wenn es sich um eine Sportart handelt, der in der Öffentlichkeit nur geringe Aufmerksamkeit zuteil wird. Wenn auch dann noch der Sponsor keinerlei Affinität zu dem Sport aufweist, wird es im Amateursport fast schon unmöglich.
Die beiden Bundesliga Mannschaften des RC „Allemannia von 1866“ hatten dagegen doch ausgesprochenes Glück. Mit einem bekannten Hamburger Pfandleihhaus wurde ein Sponsor "ins Boot“ geholt, der es der Mannschaft erlaubte, sich in den letzten zwei Jahren mehr auf den Sport, als auf die organisatorischen Belange konzentrieren zu können. Als sich der Sponsor dann auch noch dazu entschied, dem Team einen nagelneuen Achter aus dem Hause Empacher zu stiften, wollte sich die Mannschaft neben den sportlichen Erfolgen auf eine ganz besondere Weise erkenntlich zeigen und Dankeschön sagen.
Also entschloss man sich dazu, den Achter vor der Firmenzentrale, inmitten der Hamburger City zu taufen. Dem Ganzen nicht genug sollte das Boot, ähnlich wie eine Braut über die Schwelle, also auf Händen zur Taufe getragen werden.
So wurde das Boot an diesem besonderen Tage vom Bootshaus der Allemannia zur Binnenalster gerudert, wo bereits eine Delegation von weiteren Teammitgliedern darauf wartete, den Achter auf seinem Weg durch die Hamburger Innenstadt zu begleiten. Als das Boot direkt am Jungfernstieg aus dem Wasser gehoben wurde, war das Staunen der Passanten nicht schlecht, als man die Abmessungen des Bootes außerhalb seiner natürlichen Umgebung betrachten konnte. Noch größer war die Begeisterung, als sich der Tross dann auf den Weg über den Hamburger Jungfernstieg in Richtung Rathaus machte. Ab dem Rathausmarkt wagte man sich sogar mit dem Boot in die stark frequentierte Mönckebergstraße, um dann zwischen einkaufswütigen Passanten dem alltäglichen Treiben einen neuen Anstrich zu verleihen.
Nach knapp 1,5 Km durch die Innenstadt und tausenden von Handyfotos später erreichte der Achter sein Ziel und wurde vor der Firmenzentrale des Sponsors von geladenen Gästen und dem damaligen Innen- und Sportsenator Michael Neumann ein zweites Mal in Empfang genommen. Es war für die Wahrnehmung des Rudersports, des olympischen Engagements der Hansestadt Hamburg und für alle Beteiligten ein unvergessliches Event.

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